HalloweenTotal
Walpurgisfeuer bei Nacht, als Hexen verkleidete Menschen stehen als Silhouetten um die Flammen

Walpurgisnacht

Die zweite Hexennacht des Jahres, genau ein halbes Jahr nach Halloween. Woher der Name stammt, warum ausgerechnet der Brocken – und was daran alt ist und was aus einem Theaterstück.

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Die Walpurgisnacht ist die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai. Sie ist die zweite große Hexennacht im deutschen Jahreslauf — und liegt fast exakt ein halbes Jahr von Halloween entfernt.

Das ist kein Zufall: Beide Termine markieren einen Übergang im bäuerlichen Jahr. Wo Samhain den Winter einläutete, stand am 1. Mai der Beginn der Weidezeit — im keltischen Kalender Beltane.

Woher der Name kommt

Nicht von einer Hexe. Walburga war eine englische Missionarin und Äbtissin, die im 8. Jahrhundert im fränkischen Heidenheim wirkte und 779 starb. Ihre Gebeine wurden am 1. Mai 870 überführt — daher ihr Gedenktag an diesem Datum.

Der Vorabend eines Heiligenfestes heißt liturgisch die „Nacht vor" — genau dieselbe Konstruktion wie bei All Hallows' Eve und Halloween. Nur wurde daraus hier keine Verkürzung, sondern die Walpurgisnacht.

Die Verbindung zwischen dem Namen der Heiligen und dem Hexentreiben ist deutlich jünger und lässt sich erst ab dem 17. Jahrhundert greifen.

Wie die Hexen auf den Brocken kamen

Der Brocken im Harz ist mit 1.141 Metern der höchste Berg Norddeutschlands. Nebel, seltsame Lichterscheinungen und das sogenannte Brockengespenst — der eigene Schatten, riesenhaft auf eine Nebelwand projiziert — machten ihn zu einem Ort, über den man Geschichten erzählte.

Zur festen Adresse des Hexensabbats wurde er allerdings vor allem durch Literatur: Goethes Faust (1808) verlegt die Walpurgisnacht ausdrücklich auf den Brocken und hat das Bild in ganz Deutschland festgeschrieben. Was heute als uralter Volksglaube gilt, ist zu großen Teilen literarische Wirkung.

Ältere Belege für Hexenversammlungen auf Bergen gibt es durchaus — aber ohne die Eindeutigkeit, die Goethe erzeugt hat.

Was in dieser Nacht gemacht wurde

Die überlieferten Bräuche haben mit Hexen weniger zu tun als mit Abwehr und Fruchtbarkeit:

Wo heute gefeiert wird

Die Walpurgisnacht ist in Deutschland ein echtes Volksfest, kein Nischenthema — vor allem im Harz, wo praktisch jede Gemeinde eine eigene Veranstaltung hat. Bekannt sind unter anderem Schierke, Thale mit dem Hexentanzplatz und Braunlage.

Dazu kommen zwei ganz andere Traditionen am selben Abend:

Konkrete Termine, Orte und Preise stehen hier bewusst nicht: Sie ändern sich jährlich und werden von den Gemeinden selbst veröffentlicht. Die Veranstaltungskalender der Harzer Orte sind dafür die zuverlässigste Quelle.

Kostüm und Schminke — dieselben Handgriffe wie im Oktober

Wer zur Walpurgisnacht als Hexe geht, braucht nichts Neues zu lernen: Die Anleitung unter Hexe schminken funktioniert unverändert, das Kostüm ebenfalls (dunkles Kleid, Hut aus Tonkarton, Besen aus Stock und Reisig — siehe Kostüme selber machen).

Ein Unterschied zum Oktober: Ende April ist es abends deutlich milder, und viele Veranstaltungen finden am Feuer statt. Kunstfaser und offene Flammen vertragen sich schlecht — Naturmaterialien sind hier die bessere Wahl, und langes loses Haar gehört zusammengebunden.

Und der Unterschied zu Halloween?

Beide sind Schwellennächte, beide haben Feuer, Verkleidung und Streiche. Der Ton ist ein anderer: Halloween schaut auf den Winter und die Toten, die Walpurgisnacht auf den Sommer und das Wachsen. Deshalb ist die eine dunkel und die andere ausgelassen — bei fast identischem Personal.

Häufige Fragen

Wann ist Walpurgisnacht?

In der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai, jedes Jahr am selben Datum.

Woher kommt der Name Walpurgisnacht?

Von der heiligen Walburga, einer englischen Äbtissin des 8. Jahrhunderts. Ihr Gedenktag ist der 1. Mai — die Walpurgisnacht ist dessen Vorabend, genau wie Halloween der Vorabend von Allerheiligen ist.

Warum treffen sich die Hexen auf dem Brocken?

Der Berg war wegen Nebel und Lichterscheinungen schon lange sagenumwoben. Zur festen Adresse wurde er vor allem durch Goethes Faust von 1808.

Was macht man in der Walpurgisnacht?

Traditionell Maifeuer, Lärmbräuche zur Geisterabwehr, Maibaumsetzen und Maistreiche. Heute kommen Hexenfeste im Harz und der „Tanz in den Mai" dazu.

Ist die Walpurgisnacht dasselbe wie Beltane?

Nicht dasselbe, aber derselbe Termin. Beltane ist das keltische Fest zum Sommerbeginn, die Walpurgisnacht die christlich benannte Nacht davor.