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Salem, Massachusetts ist das bekannteste Halloween-Reiseziel der USA. Im Oktober läuft dort das Festival „Haunted Happenings" mit über 50 Veranstaltungen, und die Stadt zieht in der Saison über 500.000 Besucher an — der Extremfall dessen, was die amerikanische Halloween-Saison ausmacht.
Der Grund dafür ist allerdings kein Fest, sondern ein Justizverbrechen.
Was 1692 geschah
In Salem und Umgebung kam es 1692 zu einer der bekanntesten Hexenverfolgungen der Kolonialgeschichte. Ausgehend von den Anschuldigungen einiger Mädchen wurden über hundert Menschen der Hexerei beschuldigt und vor Gericht gestellt. Zwanzig wurden hingerichtet — die meisten durch den Strang, ein Mann wurde zu Tode gepresst.
Es waren keine Hexen. Es waren überwiegend Nachbarinnen und Nachbarn, gegen die es Streit, Neid oder schlicht ein Gerücht gab. Die Prozesse gelten bis heute als Schulbeispiel für Massenhysterie und für das, was Gerichte anrichten können, wenn Beweisregeln aufgeweicht werden.
Das ist der Punkt, an dem Salem als Halloween-Ziel unangenehm wird: Der Ort vermarktet ein reales Unrecht. Wer hinfährt, sollte wissen, dass die „Hexenstadt" auf zwanzig Hinrichtungen gebaut ist.
Was heute stattfindet
Salem geht mit diesem Widerspruch unterschiedlich um — und beides existiert nebeneinander:
Die ernsthafte Seite
- Das Salem Witch Trials Memorial, eine Gedenkstätte für die Hingerichteten
- Das Witch House, das Haus eines der Richter — das einzige erhaltene Gebäude mit direktem Bezug zu den Prozessen
- Museen und Führungen, die die historischen Vorgänge aufarbeiten
- Der Old Burying Point, einer der ältesten Friedhöfe der USA
Die Festivalseite
- Haunted Happenings, das Monatsprogramm im Oktober mit über 50 Veranstaltungen
- Die Salem Halloween Parade mit Riesenpuppen
- Kerzenlicht-Führungen über die Friedhöfe
- Straßenmärkte, Kostümwettbewerbe, Hexenläden
Praktisches
- Früh buchen. Bei einer Kleinstadt und einer halben Million Besuchern ist die Unterkunftslage im Oktober das Nadelöhr. Wer erst im September sucht, übernachtet in Boston und pendelt.
- Mit der Bahn kommen. Salem liegt etwa 30 Kilometer nordöstlich von Boston und ist per Commuter Rail erreichbar. Mit dem Auto ist der Oktober in Salem eine schlechte Idee — die Stadt sperrt Straßen und die Parkplätze sind früh voll.
- Wochentage statt Wochenende. Der Unterschied in der Menschenmenge ist erheblich.
- Nicht nur am 31. Oktober. Das Programm läuft den ganzen Monat; der letzte Tag ist der vollste.
- Wetter: Neuengland im Oktober heißt 5 bis 15 Grad und Regenwahrscheinlichkeit. Dafür ist es die Zeit des Indian Summer — die Laubfärbung ist ein eigener Grund für die Reise.
Wenn ihr mit Kindern kommt
Salem ist zweigeteilt, und das ist praktisch: Tagsüber ist die Stadt ein Familienprogramm mit Umzug, Ständen und Kostümen. Abends verschiebt sich das Publikum deutlich.
Die Museen zu den Hexenprozessen sind inhaltlich harter Stoff — es geht um Folter und Hinrichtungen. Für jüngere Kinder ist die Gedenkstätte im Freien der bessere Ort als ein Museum mit Inszenierungen.
Andere Orte mit ähnlichem Zuschnitt
| Ort | Wofür |
|---|---|
| Sleepy Hollow, New York | Schauplatz von Washington Irvings Die Legende von Sleepy Hollow; Laternenführungen über den Friedhof, Hayrides |
| New Orleans, Louisiana | Voodoo-Geschichte, Geisterführungen, Krewe-of-Boo-Parade |
| Savannah, Georgia | gilt als eine der „meistheimgesuchten" Städte der USA; Friedhofs- und Kutschenführungen |
Alle drei in der Übersicht: Halloween-Reise in die USA.
Häufige Fragen
Warum ist Salem für Halloween bekannt?
Wegen der Hexenprozesse von 1692, bei denen zwanzig Menschen hingerichtet wurden. Die Stadt hat daraus im Oktober ein Festival entwickelt, das über 500.000 Besucher anzieht.
Was war bei den Hexenprozessen von Salem?
1692 wurden in Salem und Umgebung über hundert Menschen der Hexerei beschuldigt, zwanzig wurden hingerichtet. Die Prozesse gelten als Schulbeispiel für Massenhysterie und Justizversagen.
Wann sollte man Salem besuchen?
Im Oktober läuft das ganze Programm, allerdings mit sehr starkem Andrang. Wochentage sind deutlich entspannter als Wochenenden, und der 31. Oktober ist der vollste Tag.
Wie kommt man nach Salem?
Mit der Commuter Rail von Boston, etwa 30 Kilometer. Mit dem Auto ist der Oktober in Salem nicht zu empfehlen — Straßensperrungen und volle Parkplätze.
Ist Salem für Kinder geeignet?
Tagsüber ja, das Programm ist familientauglich. Die Museen zu den Hexenprozessen behandeln Folter und Hinrichtungen und sind für jüngere Kinder ungeeignet.
Quellen
- Reise- und Veranstaltungsportale (VroomVroomVroom, CuddlyNest, Travel And Tour World, Alternative Airlines) — Umfang des Festivals „Haunted Happenings" (über 50 Veranstaltungen), Besucherzahl von über 500.000 in der Saison, Salem Halloween Parade mit Riesenpuppen, Witch House und Kerzenlicht-Friedhofsführungen als Besucherattraktionen; Sleepy Hollow, New Orleans und Savannah als vergleichbare Ziele.
- Die Darstellung der Prozesse von 1692 (über hundert Beschuldigte, zwanzig Hingerichtete, Tod durch Strang beziehungsweise Pressen) folgt der allgemein gesicherten historischen Überlieferung.
Abgerufen am 13.08.2026. Besucherzahlen sind Schätzungen der Veranstalter beziehungsweise der berichtenden Medien. Öffnungszeiten, Programm und Verkehrsführung ändern sich jährlich — vor der Reise bei der Stadt Salem gegenlesen.
