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Trunk or Treat (von trunk, dem Kofferraum) ist eine amerikanische Variante von Süßes oder Saures: Autos parken im Kreis oder in Reihen auf einem Parkplatz, die Kofferraumklappen stehen offen, sind dekoriert — und die Kinder gehen von Auto zu Auto statt von Haus zu Haus.
Veranstalter sind meist Kirchengemeinden, Schulen, Vereine oder Nachbarschaften. Es ist damit eine von mehreren Formen, in denen Halloween in den USA heute tatsächlich stattfindet — der Gang von Haustür zu Haustür ist längst nicht mehr die einzige.
Wie es abläuft
- Teilnehmende Familien melden ein Auto an und bekommen einen Stellplatz.
- Der Kofferraum wird dekoriert — von einer Schale Süßigkeiten bis zu vollständig ausgebauten Themenkulissen mit Beleuchtung.
- Kinder gehen in Kostüm die Reihe ab und sammeln.
- Oft gibt es drumherum Programm: Spiele, Essen, eine Kostümprämierung.
Die aufwendigen Kofferraum-Kulissen sind inzwischen ein eigener Wettbewerb — Piratenschiffe, Spukhäuser, ganze Filmszenen im Kombi.
Warum es entstanden ist
Trunk or Treat löst vier Probleme, die in vielen amerikanischen Wohngegenden real sind:
Entfernungen. In Vorstädten mit großen Grundstücken und in ländlichen Gegenden liegen Häuser so weit auseinander, dass Trick or Treat zu Fuß nicht funktioniert.
Sicherheit. Halloween-Abend heißt: Kinder in dunklen Kostümen, abends, an Straßen. Ein abgesperrter Parkplatz ist die kontrollierte Alternative.
Bekanntheit. Die Süßigkeiten kommen von Menschen aus der eigenen Gemeinde, nicht von Fremden — für viele Eltern das entscheidende Argument.
Wetter und Zeit. Ein festes Zeitfenster von zwei Stunden an einem Ort ist planbarer als ein offener Rundgang.
Was dagegen spricht
Der Brauch ist in den USA nicht unumstritten, und die Kritik ist nachvollziehbar:
- Es ist keine Nachbarschaft mehr. Der Reiz von Trick or Treat liegt darin, dass die eigene Straße für einen Abend anders ist. Ein Parkplatz leistet das nicht.
- Es ist organisiert. Anmeldung, Stellplatz, Zeitfenster — das Gegenteil des Spontanen.
- Es verstärkt sich selbst. Je mehr Familien zum Trunk or Treat gehen, desto weniger Häuser machen in der Straße mit — und desto weniger lohnt sich dort das Klingeln.
Passt das nach Deutschland?
Als Import: eher nicht. Deutsche Wohnbebauung ist dichter, die Wege sind kürzer, und das Problem, das Trunk or Treat löst, stellt sich hier kaum.
Als Format für einen konkreten Anlass aber durchaus — und zwar da, wo es in Deutschland ohnehin dünn ist:
- Auf dem Land, wo die Häuser weit auseinanderliegen und einzelne Kinder sonst zwanzig Minuten für zwei Bonbons laufen
- In Neubaugebieten, in denen sich noch keine Halloween-Nachbarschaft gebildet hat
- Als Kita- oder Vereinsfest, bei dem ohnehin ein Parkplatz zur Verfügung steht
Wer es ausprobiert: Der Aufbau entspricht einer Halloween-Party im Freien, die Deko-Ideen für draußen funktionieren am Kofferraum genauso — mit einer Ergänzung: Motor aus, Handbremse an, Kinder nie zwischen rangierenden Autos. Der ganze Vorteil des Formats ist die Sicherheit; die verliert man sofort, wenn währenddessen jemand einparkt.
Häufige Fragen
Was ist Trunk or Treat?
Eine amerikanische Variante von Süßes oder Saures: Autos parken auf einem Parkplatz, die dekorierten Kofferräume sind die „Türen", und Kinder gehen von Auto zu Auto.
Wer veranstaltet Trunk or Treat?
Meist Kirchengemeinden, Schulen, Vereine oder Nachbarschaftsinitiativen.
Warum machen Amerikaner Trunk or Treat?
Wegen der Entfernungen in Vorstädten und auf dem Land, aus Sicherheitsgründen, und weil die Süßigkeiten von bekannten Gesichtern aus der eigenen Gemeinde kommen.
Gibt es Trunk or Treat in Deutschland?
Kaum. Die Bebauung ist dichter und die Wege kürzer — das Problem, das der Brauch löst, stellt sich hier selten. Als Format für ein Kita- oder Vereinsfest funktioniert es trotzdem.
Was braucht man dafür?
Einen abgesperrten Parkplatz, angemeldete Autos mit festen Stellplätzen, Deko am Kofferraum, Süßigkeiten — und die feste Regel, dass während der Veranstaltung kein Auto bewegt wird.
Quellen
- Die Beschreibung von Ablauf, Veranstaltern und Motiven folgt der in den USA breit dokumentierten Praxis, wie sie unter anderem von den großen Halloween-Portalen (ILoveHalloween.com, HauntWorld.com) im Rahmen ihrer Event-Verzeichnisse abgebildet wird.
- Für diesen Brauch existiert keine zentrale Statistik. Angaben zur Verbreitung wären geschätzt, deshalb stehen hier keine.
- Die Einordnung für Deutschland ist eine Einschätzung dieser Redaktion, keine erhobene Größe — sie ist als solche gekennzeichnet.
Abgerufen am 13.08.2026.
