HalloweenTotal
Großes Samhain-Feuer auf einem irischen Hügel bei Nacht, daneben stehende Steine im Nebel

Samhain

Samhain ist der Ursprung des Termins – und gleichzeitig das Thema, zu dem im Netz die meisten unbelegten Behauptungen kursieren. Hier steht, was gesichert ist und was nicht.

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Samhain (gesprochen etwa „sau-in", irisch für „Sommerende") markierte im keltischen Jahreskreis den Übergang von der hellen zur dunklen Jahreshälfte. Es ist der Termin, an dem später Allerheiligen und damit Halloween liegen.

Was gesichert ist

Was nicht gesichert ist

Und das ist der Teil, den fast alle Seiten weglassen:

Die Kelten haben nichts Schriftliches hinterlassen. Alles, was wir über Samhain wissen, stammt aus späteren Quellen — christlichen Mönchen, die Jahrhunderte danach schrieben, und aus Volkskunde des 19. Jahrhunderts, die romantisch gefärbt war.

Konkret unbelegt oder umstritten:

BehauptungStand
„Die Kelten verkleideten sich, um Geister zu täuschen"plausibel, aber nicht belegt
„Samhain war ein Totenfest"vereinfachend — es war zuerst ein Jahreszeitentermin
„Der Gott Samhain"falsch. Samhain ist der Name des Festes, keine Gottheit
„Die Kirche legte Allerheiligen bewusst darauf"umstritten unter Historikern
„Druiden opferten in dieser Nacht Menschen"stammt aus römischer Feindpropaganda

Vom Fest zum Termin

Im 8. Jahrhundert legte Papst Gregor III. Allerheiligen auf den 1. November. Ob das eine bewusste Überlagerung war oder eine unabhängige Entwicklung, lässt sich nicht entscheiden — beide Positionen haben ernsthafte Vertreter.

Sicher ist die Folge: Der Vorabend hieß im Englischen All Hallows' Eve, daraus wurde Halloween. Und in Irland und Schottland liefen ältere Bräuche neben den kirchlichen weiter, bis irische Auswanderer sie im 19. Jahrhundert nach Nordamerika brachten.

Samhain heute

Der Name ist nicht verschwunden. Im modernen Heidentum und im Wicca-Umfeld wird Samhain als eines von acht Jahreskreisfesten begangen — als Fest des Gedenkens an die Verstorbenen, oft am 31. Oktober oder 1. November.

Wichtig zur Einordnung: Diese Praxis ist eine Rekonstruktion des 20. Jahrhunderts, keine ununterbrochene Überlieferung. Das macht sie für die Feiernden nicht weniger gültig — es ist nur etwas anderes als „so haben die Kelten das gemacht".

Die anderen drei Feste

Samhain war eines von vier keltischen Jahresfesten, die jeweils einen Übergang markierten:

FestZeitpunktBedeutung
SamhainEnde OktoberBeginn der dunklen Hälfte, Ernteende
ImbolcAnfang Februarerste Lammungen, Frühlingsbeginn
BeltaneAnfang MaiVieh auf die Weide, Beginn des Sommers
LughnasadhAnfang Augusterste Getreideernte

Auffällig: Alle vier hängen an der Landwirtschaft, nicht an Astronomie. Das ist der beste Hinweis darauf, worum es ursprünglich ging.

Samhain und Beltane teilten das Jahr in seine beiden Hälften. Das Gegenstück im Frühjahr hat sich in Deutschland eigenständig gehalten — als Nacht zum 1. Mai, mit einer eigenen Geschichte.

Wie das christliche Fest und der alte Termin bis heute nebeneinander liegen — und warum in Süddeutschland daraus ein stiller Feiertag mit Tanzverbot wurde — steht unter Allerheiligen und Halloween.

Häufige Fragen

Was bedeutet Samhain?

Irisch für „Sommerende". Der Name bezeichnet das Fest, nicht eine Gottheit — die verbreitete Rede vom „Gott Samhain" ist ein Irrtum.

Wann war Samhain?

Etwa in der Mitte zwischen Herbst-Tagundnachtgleiche und Wintersonnenwende, also Ende Oktober bis Anfang November.

Ist Halloween dasselbe wie Samhain?

Nein. Samhain lieferte den Termin und einige Motive; die heutige Form von Halloween mit Kostümen, Kürbissen und Süßigkeiten entstand in den USA. Mehr unter Woher Halloween kommt.

Woher wissen wir etwas über Samhain?

Aus mittelalterlichen irischen Handschriften, die Jahrhunderte nach der keltischen Zeit entstanden, und aus Volkskunde des 19. Jahrhunderts. Die Kelten selbst haben nichts Schriftliches hinterlassen.

Feiert heute noch jemand Samhain?

Ja, im modernen Heidentum und im Wicca-Umfeld als Fest des Totengedenkens. Diese Praxis ist allerdings eine Rekonstruktion des 20. Jahrhunderts, keine durchgehende Überlieferung.