HalloweenTotal
Kostümierte Kinder laufen in der Dämmerung mit Laternen eine Wohnstraße entlang

Warum feiert man Halloween?

Die kurze Antwort steht ganz oben. Wer es genauer wissen will, findet darunter, was aus welcher Zeit stammt.

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Halloween wird am Vorabend von Allerheiligen gefeiert. Der Brauch geht auf das keltische Erntedankfest Samhain zurück, bei dem die Grenze zwischen Lebenden und Toten als durchlässig galt. Kostüme, Kürbisse und „Süßes oder Saures" in ihrer heutigen Form sind dagegen im Amerika des 19. und 20. Jahrhunderts entstanden — und kamen von dort in den 1990er Jahren nach Deutschland.

Die drei Gründe hintereinander

1. Weil der Winter anfing. Die Kelten teilten das Jahr in eine helle und eine dunkle Hälfte. Ende Oktober war die Ernte eingebracht und das Vieh von den Weiden geholt. Samhain markierte diesen Übergang — und mit ihm die Vorstellung, dass in dieser Nacht Verstorbene zurückkehren konnten. Die Quellenlage zu dem keltischen Jahreswechsel ist allerdings dünner, als die meisten Darstellungen zugeben.

2. Weil die Kirche einen Termin brauchte. Im 8. Jahrhundert legte Papst Gregor III. Allerheiligen auf den 1. November. Der Abend davor hieß All Hallows' Eve — daraus wurde durch Verkürzung „Halloween". Ob die Kirche das Datum bewusst auf ein bestehendes Fest legte, ist unter Historikern umstritten; der Name ist es nicht.

3. Weil Amerika daraus ein Fest gemacht hat. Irische Auswanderer brachten die Bräuche im 19. Jahrhundert in die USA. Dort wurde aus der ausgehöhlten Rübe ein Kürbis, aus dem Totengedenken ein Nachbarschaftsfest und aus dem Betteln um Gebäck das Süßigkeiten-Sammeln der Kinder.

Warum am 31. Oktober?

Weil Allerheiligen am 1. November liegt und Halloween dessen Vorabend ist. Das Datum verschiebt sich nie — anders als Ostern hängt es an keinem Mondkalender. Die Details zum Datum und zu den Feiertagen in den einzelnen Bundesländern stehen unter Wann ist Halloween?.

Warum feiern die Deutschen Halloween?

Bis in die 1990er Jahre war das Fest hier praktisch unbekannt. Als Wendepunkt gilt 1991: In jenem Jahr fielen wegen des Zweiten Golfkriegs viele Karnevalsveranstaltungen aus, und die Kostüm- und Partybranche suchte einen Ersatzanlass. Halloween passte — ein Verkleidungsfest ohne regionale Bindung, mit fertigem Sortiment aus den USA.

Interessant dabei: Ein verwandter Brauch war längst da. Das Rübengeistern in Teilen Süddeutschlands und der Schweiz — ausgehöhlte Rüben mit Kerzen — ist genau das, was irische Auswanderer nach Amerika mitgenommen hatten. Der Kürbis kam nur den Umweg über den Atlantik.

Warum verkleidet man sich?

Die gängige Erklärung: Wer sich als Geist verkleidete, wurde von den umherziehenden Seelen nicht als Lebender erkannt. Belegt ist das für die keltische Zeit nicht — die Kelten haben nichts Schriftliches hinterlassen. Sicher ist nur, dass Verkleidungen zu Allerheiligen in Irland und Schottland seit dem Mittelalter überliefert sind, oft verbunden mit dem Vortragen von Versen an fremden Türen.

Warum Süßigkeiten?

Der Vorläufer heißt Souling: Arme zogen an Allerseelen von Haus zu Haus und boten Gebete für die Verstorbenen an — im Tausch gegen kleine Gebäckstücke, die soul cakes. Aus dem Gebet wurde in Amerika ein Spruch, aus dem Gebäck eine Süßigkeit. Mehr dazu unter Süßes oder Saures.

Häufige Fragen

Warum feiert man Halloween?

Weil der 31. Oktober der Vorabend von Allerheiligen ist. Der Brauch geht auf das keltische Samhain zurück; seine heutige Form mit Kostümen, Kürbissen und Süßigkeiten entstand in den USA.

Ist Halloween ein christliches Fest?

Der Termin und der Name kommen aus dem christlichen Kalender, ältere Bräuche zum selben Zeitpunkt aus vorchristlicher Zeit. Die heutige Ausprägung ist überwiegend weltlich.

Seit wann feiert man Halloween in Deutschland?

Seit den 1990er Jahren, mit 1991 als üblich genanntem Wendepunkt — damals fielen wegen des Golfkriegs viele Karnevalsveranstaltungen aus.

Warum verkleidet man sich an Halloween?

Überliefert ist die Idee, sich vor umherziehenden Seelen unkenntlich zu machen. Belegt sind Verkleidungen zu Allerheiligen in Irland und Schottland seit dem Mittelalter.

Warum schnitzt man Kürbisse?

Der Brauch stammt aus Irland, wo Rüben ausgehöhlt wurden. In Nordamerika war der Kürbis größer, weicher und leichter zu bearbeiten — mehr dazu unter Jack O'Lantern.