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Jack O'Lantern heißt wörtlich „Jack von der Laterne". Der Name stammt aus einer irischen Erzählung, die in mehreren Fassungen überliefert ist. Der Kern ist überall gleich.
Die Legende
Jack war ein Schmied, Trinker und Betrüger — je nach Fassung alles drei. Als der Teufel kam, um seine Seele zu holen, bat Jack um einen letzten Drink. Der Teufel willigte ein, und weil keiner von beiden zahlen wollte, verwandelte er sich auf Jacks Vorschlag hin in eine Münze.
Jack steckte die Münze in seine Tasche — neben ein silbernes Kreuz. Der Teufel saß fest. Freigelassen wurde er erst, als er versprach, Jacks Seele zehn Jahre lang in Ruhe zu lassen.
Zehn Jahre später stand der Teufel wieder da. Jack bat ihn, noch einen Apfel von einem Baum zu pflücken. Während der Teufel im Geäst hing, ritzte Jack ein Kreuz in den Stamm. Diesmal handelte er ein Versprechen aus, das seine Seele für immer verschonte.
Als Jack schließlich starb, ließ der Himmel ihn nicht ein — zu viele Sünden. Und die Hölle ließ ihn nicht ein, weil der Teufel Wort hielt. Der Teufel gab ihm eine glühende Kohle mit, damit er im Dunkeln nicht ganz verloren war. Jack legte sie in eine ausgehöhlte Rübe und wandert seither zwischen den Welten umher.
Von der Rübe zum Kürbis
In Irland und Schottland wurden für die Laternen Rüben, Steckrüben und Runkelrüben ausgehöhlt. Wer das einmal versucht hat, versteht, warum der Wechsel so schnell ging: Rüben sind hart, klein und zäh, und das Aushöhlen dauert länger als das Schnitzen.
Mit der irischen Auswanderung ab der Hungersnot von 1845 kam der Brauch nach Nordamerika. Dort wuchs der Kürbis im Überfluss — größer, weicher, mit dünner Wand und viel Hohlraum. Innerhalb weniger Jahrzehnte hatte er die Rübe vollständig ersetzt.
Der ursprüngliche Brauch ist übrigens auch in Mitteleuropa erhalten geblieben: Das Rübengeistern in Teilen Süddeutschlands und der Schweiz ist bis heute lebendig — und älter als der amerikanische Kürbis.
Warum die Laterne ins Fenster gehört
In der überlieferten Deutung hat die Laterne zwei Funktionen: Sie weist umherirrenden Seelen den Weg — und sie hält böse Geister fern, weil das Gesicht sie abschreckt. Beide Erklärungen tauchen nebeneinander auf, und keine ist die „richtige".
Praktisch bedeutet es: Die Laterne steht nach außen gerichtet — auf der Fensterbank, an der Türschwelle, am Weg. An Halloween ist sie zusätzlich das Zeichen, dass in diesem Haus Süßes oder Saures gespielt wird.
Will-o'-the-Wisp: der reale Kern
Hinter der Geschichte steckt ein Naturphänomen. Irrlichter — im Englischen will-o'-the-wisp, auf Deutsch auch Sumpflicht — sind schwache Leuchterscheinungen über Mooren, die vermutlich durch selbstentzündliche Gase aus faulendem Pflanzenmaterial entstehen. Wer nachts durch ein Moor ging und ein Licht sah, das sich beim Näherkommen entfernte, hatte eine Erklärung nötig.
Jack mit seiner Kohle ist eine davon. In ganz Europa gibt es Parallelgeschichten unter anderen Namen.
Und heute?
Der Name ist geblieben, die Bedeutung hat sich verschoben: „Jack O'Lantern" bezeichnet inzwischen schlicht jede geschnitzte Kürbislaterne. Wie sie gelingt, steht unter Kürbis schnitzen; zehn kostenlose Motive gibt es bei den Schnitzvorlagen.
Häufige Fragen
Wer war Jack O'Lantern?
Eine Figur aus einer irischen Legende: ein Mann, der den Teufel zweimal überlistete und deshalb nach seinem Tod weder in den Himmel noch in die Hölle kam. Er wandert mit einer glühenden Kohle in einer ausgehöhlten Rübe umher.
Was bedeutet Jack O'Lantern?
Wörtlich „Jack von der Laterne". Heute bezeichnet der Begriff jede geschnitzte Kürbislaterne.
Warum wurde aus der Rübe ein Kürbis?
Weil irische Auswanderer in Nordamerika den Kürbis vorfanden: größer, weicher und mit viel mehr Hohlraum als eine Rübe — und damit deutlich leichter zu bearbeiten.
Was hat ein Irrlicht mit Jack O'Lantern zu tun?
Die Legende erklärt ein reales Phänomen: schwache Lichter über Mooren, die sich beim Näherkommen zu entfernen scheinen. Im Englischen heißen sie will-o'-the-wisp.
Warum stellt man die Kürbislaterne ins Fenster?
Überliefert sind zwei Deutungen: Sie weist umherirrenden Seelen den Weg, und sie hält böse Geister ab. Heute ist sie vor allem das Zeichen, dass hier bei Süßes oder Saures mitgemacht wird.
