HalloweenTotal
Orangefarbener Kürbiseimer voller Süßigkeiten wird an einer beleuchteten Haustür hochgehalten

Süßes oder Saures

Ein Brauch, der älter ist als seine amerikanische Fassung – und der in Deutschland nach Regeln funktioniert, die nirgendwo aufgeschrieben stehen. Hier stehen sie.

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„Süßes oder Saures" ist die deutsche Übersetzung von Trick or Treat — wörtlich „Streich oder Leckerei". Die eingebürgerte Fassung nimmt den Reim wichtiger als die Genauigkeit, und das ist auch gut so: Sie funktioniert an der Haustür.

Woher der Brauch kommt

Der Vorläufer heißt Souling und ist aus dem mittelalterlichen England und Irland überliefert. Arme zogen an Allerseelen von Haus zu Haus, boten Gebete für die Verstorbenen des Hauses an und bekamen dafür kleine Gebäckstücke — die soul cakes.

In Schottland und Irland entwickelte sich daraus das Guising: Kinder zogen verkleidet umher und mussten etwas leisten — ein Gedicht, ein Lied, einen Witz —, bevor es etwas gab. Diese Bedingung ist in der amerikanischen Fassung verlorengegangen; der Spruch an der Tür ist ihr letzter Rest.

In den USA taucht trick or treat in dieser Form erst in den 1920er und 1930er Jahren auf. Der Brauch, wie ihn heute jedes Kind kennt, ist also jünger als hundert Jahre — seine Wurzeln sind mehrere Jahrhunderte alt.

Die Regeln in Deutschland

Es gibt kein Gesetz dazu, aber eine gelebte Praxis. Wer sie kennt, hat einen guten Abend; wer sie ignoriert, sorgt dafür, dass eine Straße im nächsten Jahr das Licht auslässt.

RegelWarum
Nur klingeln, wo dekoriert istKürbis, Lichterkette oder Deko am Eingang heißt „wir machen mit". Dunkle Fenster heißen nein.
Bis etwa 20 UhrDanach klingelt man nicht mehr an fremden Türen. Ab 22 Uhr gilt ohnehin die Nachtruhe.
Einmal pro HausZweimal an derselben Tür ist der schnellste Weg, eine Straße zu verlieren.
Der Spruch gehört dazuEr ist der Rest des alten Guising: erst etwas leisten, dann etwas bekommen.
Danke sagenAuch bei einem einzelnen Bonbon. Und auch, wenn nichts kommt.
Kinder unter zehn begleitenDunkle Kostüme, Dämmerung, Straßen.

Und der „saure" Teil?

Die Drohung steckt schon in der Formel — sie muss nicht ausgeführt werden. Wo Streiche üblich sind, gilt eine einzige Grenze: Was sich nicht in einer Minute abwischen lässt, ist keiner.

Rasierschaum an einer Türklinke geht ab. Eier an einer Fassade, Farbe an einem Auto oder ein zerstochener Reifen sind Sachbeschädigung (§ 303 StGB) — daran ändert das Datum nichts, und bei Minderjährigen haften in der Regel die Eltern. Das ist kein erhobener Zeigefinger, sondern der Unterschied zwischen einem Abend, über den man lacht, und einer Anzeige.

Für die Seite hinter der Tür

  • Eine Schale bereitstellen statt jedes Mal in die Küche zu laufen.
  • Einzeln verpackte Süßigkeiten — lose Ware nehmen viele Eltern nicht an.
  • Zwei Teile pro Kind, sonst ist nach der dritten Gruppe Schluss.
  • Eine Alternative für Allergiker: Sticker, Knicklichter oder kleine Spielsachen. Für Familien mit Nussallergie ist das der Unterschied zwischen Mitmachen und Zuhausebleiben.
  • Kein Kürbis und Licht aus heißt: heute nicht. Das ist völlig in Ordnung und wird respektiert. Wer nicht mitmachen will, muss sich nicht rechtfertigen.

Wie viel kommt eigentlich zusammen?

Realistisch sammeln Kinder in einer Wohnstraße mit guter Beteiligung in eineinhalb Stunden so viel, dass die Tüte für zwei Wochen reicht. Ein Vorgehen, das sich bewährt hat: Am Abend selbst darf jedes Kind eine feste Anzahl aussuchen, der Rest wird aufgeteilt und portioniert. Das erspart den Bauchschmerz und die Diskussion am nächsten Morgen.

Die passenden Sprüche für die Tür stehen unter Süßes oder Saures: Sprüche, die Herkunft des ganzen Festes unter Woher Halloween kommt.

Was in die Tüten kommt, ist international sehr unterschiedlich. In den USA sind es fast ausschließlich fabrikverpackte Riegel in Miniformat — welche das sind und warum Selbstgemachtes dort seit Jahrzehnten unüblich ist, steht unter Halloween-Süßigkeiten in den USA.

Häufige Fragen

Was heißt Süßes oder Saures auf Englisch?

Trick or treat — wörtlich „Streich oder Leckerei". Die deutsche Fassung ist freier übersetzt, dafür reimt sie sich.

Woher kommt der Brauch Süßes oder Saures?

Vom mittelalterlichen Souling: Arme zogen an Allerseelen von Haus zu Haus und bekamen für Gebete kleine Gebäckstücke. In Schottland und Irland wurde daraus das Guising, bei dem Kinder verkleidet etwas vortrugen.

Bis wann darf man an Halloween klingeln?

Üblich ist der Zeitraum von der Dämmerung bis etwa 20 Uhr. Ein Gesetz gibt es nicht, ab 22 Uhr gilt die allgemeine Nachtruhe.

Sind Halloween-Streiche erlaubt?

Nur, solange sich nichts beschädigt und alles in einer Minute abwischen lässt. Eier an Fassaden oder Farbe an Autos sind Sachbeschädigung nach § 303 StGB — auch am 31. Oktober.

Muss ich an Halloween die Tür öffnen?

Nein. Wer keine Deko draußen hat und das Licht auslässt, macht damit deutlich, dass er nicht mitmacht. Das ist die etablierte Regel und wird allgemein akzeptiert.