HalloweenTotal
Roter Teppich bei Nacht, eine Person in aufwendigem Ganzkörperkostüm im Blitzlichtgewitter

Heidi Klums Halloween-Party

Eine Deutsche gilt in den USA als „Queen of Halloween“ – und das seit einem Vierteljahrhundert. Wie aus einer Enttäuschung über New Yorker Partys ein Termin im Kalender der Popkultur wurde.

Aktualisiert am

Heidi Klum veranstaltet seit dem Jahr 2000 jedes Jahr eine Halloween-Party in New York. Die Party gilt inzwischen als eine der bekanntesten der Welt und gehört zum festen Halloween-Kalender der USA — und damit ist sie der einzige nennenswerte deutsche Beitrag zur amerikanischen Halloween-Kultur.

Wie es anfing

Klums eigene Erzählung ist erfrischend unglamourös. Sie habe in New York nach der Halloween-Party gesucht, sie nicht gefunden — und beschlossen: „Dann muss ich das wohl selbst übernehmen."

Das war 2000. Ihr erstes Kostüm: eine Dominatrix in Lack, mit Nieten und Armreifen. Aus heutiger Sicht bemerkenswert zurückhaltend.

Warum sie besonders ist

Drei Dinge unterscheiden diese Party von jeder anderen Promi-Veranstaltung:

1. Die Ganzkörper-Verwandlung. Klum verkleidet sich nicht, sie verschwindet. Ab dem zweiten Jahr arbeitet sie mit Spezialeffekt-Studios und Maskenbildnern; manche Kostüme brauchen Stunden in der Maske. Das Ziel ist erklärtermaßen, dass niemand sie erkennt.

2. Der Auftritt. Schon im zweiten Jahr ritt sie als Lady Godiva auf einem echten Pferd an. Später kamen ein Raumschiff, ein Flug über die Menge auf einem Besen und eine Ankunft auf einer Krankentrage dazu. Der Einzug ist Teil des Kostüms.

3. Die Kontinuität. Über zwanzig Kostüme in fünfundzwanzig Jahren, ohne dass sich eines wiederholt. Klum selbst sagt, sie habe „schlaflose Nächte wegen Halloween" — die Vorbereitung läuft über Monate.

Kostüme, die hängengeblieben sind

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit — das sind die, die immer wieder zitiert werden:

Die vollständige Chronologie führen unter anderem Just Jared, WWD und Today — mit Bildstrecken, die hier aus Lizenzgründen nicht stehen können.

Was man davon mitnehmen kann

Der Grundsatz hinter ihren Kostümen lässt sich auf jede Hausparty übertragen, auch ohne Effektstudio:

  • Eine Idee statt zehn. Klums Kostüme sind immer ein Motiv, konsequent durchgezogen — nicht drei Anspielungen nebeneinander.
  • Das Gesicht zuerst. Der größte Effekt entsteht über Schminke, nicht über Stoff. Das gilt für ein Budget von fünfzigtausend Dollar genauso wie für zwanzig Euro.
  • Der Auftritt zählt. Wie man den Raum betritt, ist die Hälfte der Wirkung — und kostet nichts.
  • Früh anfangen. Wenn jemand mit ihren Mitteln Monate braucht, ist ein Nachmittag für ein selbstgemachtes Kostüm nicht zu viel verlangt.

Die deutsche Perspektive

Für ein deutsches Publikum ist an dieser Geschichte das Naheliegende das Interessanteste: Halloween kam in den 1990er Jahren aus den USA nach Deutschland (wie genau, steht hier) — und ungefähr zeitgleich begann eine Deutsche in New York damit, das amerikanische Halloween mitzuprägen.

Die Party ist außerdem ein guter Gradmesser dafür, was Halloween in den USA ist: kein Kinderfest mit Bonbons, sondern ein Anlass, für den Erwachsene Monate investieren. Die Zahlen sagen dasselbe — 4,3 Milliarden Dollar allein für Kostüme.

Häufige Fragen

Seit wann macht Heidi Klum ihre Halloween-Party?

Seit dem Jahr 2000. Sie hatte in New York nach einer guten Halloween-Party gesucht, keine gefunden und beschlossen, selbst eine zu veranstalten.

Was war Heidi Klums erstes Halloween-Kostüm?

Eine Dominatrix in Lack mit Nieten und Armreifen, im Jahr 2000.

Warum ist Heidi Klum die „Queen of Halloween"?

Wegen der Kombination aus Kontinuität und Aufwand: über zwanzig aufwendige Verwandlungen in fünfundzwanzig Jahren, keine davon wiederholt, jede mit Spezialeffekt-Team und inszeniertem Auftritt.

Wie aufwendig sind ihre Kostüme?

Sie arbeitet mit Spezialeffekt-Studios und Maskenbildnern; die Vorbereitung läuft über Monate, das Schminken teils über Stunden. Nach eigener Aussage hat sie „schlaflose Nächte wegen Halloween".

Kann man auf die Party kommen?

Es ist eine geschlossene Veranstaltung auf Einladung, kein öffentliches Event. Wer Halloween in den USA erleben will, findet hier die Alternativen.

Quellen

  • Today.com, „See Heidi Klum's over-the-top Halloween costumes over the last two decades" — Beginn der Partyreihe im Jahr 2000, Kostümchronologie, Zusammenarbeit mit Spezialeffekt- und Maskenbildnern, Auftritte per Raumschiff, Besen und Krankentrage.
  • Just Jared, „Every Heidi Klum Halloween Costume Since Her First Party in 2000" — vollständige Kostümliste seit 2000, Dominatrix als erstes Kostüm.
  • WWD, „Every Heidi Klum Halloween Costume Through the Years: From Dominatrix to Medusa" — Kostüm 2025 (Medusa), Einordnung der Reihe.
  • Euronews Culture (02.11.2025), „Costume drama: Heidi Klum's long and incredible history with Halloween" — Lady Godiva auf einem echten Pferd im zweiten Jahr, Entwicklung zur festen Größe im Popkultur-Kalender.
  • People/Yahoo Entertainment, Interview — Zitat sinngemäß „schlaflose Nächte wegen Halloween" sowie die Entstehungsgeschichte („I'm going to have to take that one over").

Abgerufen am 13.08.2026. Zitate sind sinngemäß aus dem Englischen übertragen.